Monthly Archives: January 2014

Die Brücke am Kwai und ein paar Wasserfälle

Wir verlassen Bangkok gen Westen und kommen in die Provinz Kanchanaburi. Dort steht die berüchtigte Brücke am Fluss Kwai, die den Mittelpunkt zweier Filme darstellt. Historisch von Bedeutung war die Brücke im zweiten Weltkrieg. Damals war fast ganz Südostasien unter japanischer Besetzung, und auch die Vormachtsstellung über das heutige Myanmar sollte sicher gestellt werden. Da der Seeweg durch die Andamansee zu gefährlich galt, wurde eine Zugstrecke von Bangkok nach Myanmar beschlossen. Deren Errichtung forderte über 100 000 Menschenopfer, allesamt Strafgefangene. Die meisten kamen bei dem Bau des von der Brücke am Kwai nur unweit entfernten Hellfirepass ums Leben, als die Menschen mit purer Muskelkraft eine Durchfahrt durch einen von Felsen geprägten Landschaft hineinschlagen mussten. Als Werkzeuge standen ihnen nur Hammer und Eisenstangen zur Verfügung, um die Löcher für die Sprengungen in den Stein zu schlagen. Gearbeitet wurde in 18 Stunden-Schichten, wobei nachts der Pass durch Fackeln beleuchtet wurde (daher der Name). Die Brücke (tatsächlich gab es zwei Brücken, eine aus Holz und eine Stahl, die heute noch steht) wurde von den Alliierten angegriffen, worauf die Japaner Kriegsgefangene auf die Brücke schickten, in der Hoffnung sie weiter halten zu können und Einheimische den Befehlen folgen mussten, nachdem die Brücke bis zum Letzten zu verteidigen wäre. Die Bahnstrecke durch die Berge gibts heute nicht mehr, der Hellfirepass existiert als Erinnerungsstätte. Wenn man dort unten steht kann man sich kaum vorstellen, dass in solch schöner Landschaft vor nicht allzu langer Zeit so viele Menschen umgekommen sind. Viele persönliche Nachrichten, Fotos und Kreuze lassen einen mit einem Klos im Hals zurück.

Die Umgebung hat aber auch uneingeschränkt schöne Flecken Land zu zeigen. So gibt es viele Nationalparks mit Wasserfällen und Höhlen zu besichtigen. Darunter ist Thailands größter Wasserfall, der auf einer Länge von 1500 m in sieben Stufen fällt. Ich hab mal ein paar davon hier zusammen getragen. Viel Spaß beim Betrachten.

19.01.2014

Shutdown Bangkok

Die Hauptstadt Bangkok wird bedroht von dem bösen Shutdown! Diverse öffentliche Medien, darunter der Spiegel, rufen auf zum Hamsterkauf. Also kaufen wir ein neues Glas Nutella, vier Asia Nudelsnack Fertiggerichte und eine große Packung Pringels (Chips).

So oder so ähnlich sieht tatsächlich unsere Einkaufsliste für das große Ereignis aus, wenn Bangkok von tausenden Demonstranten lahm gelegt werden soll. In der Tat sind schon am Vorabend einzelne Straßenzüge, Brücken und Gebäude von Demonstranten belagert. In den Folgetagen gibt es Kundsagungen von Regierungsgegnern, die über Lautsprecher und TV in die Welt verbreitet werden. Unseren Lebensalltag hat das kaum tangiert. Lediglich die Taxifahrer mussten etwas kreativ in der Routenplanung sein. Dementsprechend versuchten einige auch den Preis hoch zu handeln – Aber nicht mit uns!

Unabhängig davon besuchten wir den Weekendmarket, den größten Markt Markt weit und breit. Er ist zudem auch schön und bietet alles, von Kleidung, Wohnrauminnenausstattung, Lebensmittel für auf die Hand und und und. Des weiteren besuchen wir einen der größeren Tempelanlagen (Wat Pho) und erhaschten einen Blick auf den Köniigspalast. Den Eintritt ersparen wir uns – er ist zu teuer.

Abends besuchen wir die Tourimeile Kaosan Road. Das Eldorado für Rucksackreisende mit Restaurants, Bars, Discotheken und vielem mehr.

Bangkok überrascht uns als Großstadt, denn entgegen Miriams Erwartungen ist die Stadt nicht mit Wolkenkratzern, sonder mit vielen kleinen Gassen und Geschäften gesäumt. Lediglich einige wenige moderne Wolkenkratzer prägen das zentrale Stadtbild. Es gibt Busse, U- & Hochschienenbahnen, die die riesigen Einkaufszentren untereinander verbinden und mit den Vororten verbinden. Auf dem Fluß und dessen angrenzenden Kanälen herrscht wildes Treiben mit Linienschiffen und Taxibooten.

Lange bleiben wir nicht. Auf Dauer ist unser Stellplatz etwas zu laut.

19.01.14

Floating Markets Bangkok

Gemeinsam mit den Herr Lehmanns Weltreisenden, fahren wir in Richtung Bangkok. Ca. eine Autostunde entfernt biegen wir ab nach Amphawa und parken auf einem freien Platz neben einem Tempel mitten im Ort. Ein paar Meter weiter verläuft ein Kanal, auf dem Taxiboote verkehren und an den heran Geschäfte und Bars ihre Pforten hin öffnen. Diese Kanäle waren früher die Verkehrs und Handelswege der Städte. Auch heute noch gibt es tagtäglich schwimmende Märkte in der Region. Häufig sind diese jedoch vom Auto und der Asphaltstraße ersetzt worden. Rund um Bangkok bestehen die Märkte fast nur noch als Touristenattraktion.
In der Hoffnung am Folgemorgen wenige andere Touristen anzutreffen, legen wir uns zeitig schlafen.
Nach einer unruhigen Nacht, in der wir von heulenden Hunden umzingelt sind, ruft in der Früh Martin von Nebenan, wir sollten mal aus dem Fenster gucken. Dieser verrät uns, dass wir nicht auf einem gewöhnlichen Parkplatz, sondern dem lokalen Marktplatz geparkt haben. Obwohl es noch 6 in der Früh ist, müssen wir uns beeilen zusammen zu packen, bevor alle Fluchtwege durch Marktstände zugebaut sind.
Während des Abbaus musste ich leider feststellen, dass unsere Schuhabtretermatte inkl. meiner alten Birkenstocksandalen in der Nacht vor der Tür weg geklaut wurden! Möge mein nicht vorhandener Fußpilz dem neuen Besitzer befallen.

Wir parken um zu einem anderen Floating Market. Dort mieten wir ein Boot nebst Steuermann, er gondoliert uns durch die Kanäle.
Es ist 0700Uhr und nur wenige Händler und noch weniger Touris sind schon unterwegs. An einem Boot mit Kokospfannkuchen machen wir den ersten Zwischenstopp, an einem Stand mit Kaffee den Zweiten. Erst jetzt sind wir bereit und in der körperlichen Verfassung, die Souvenierläden eines genaueren Blickes zu würdigen. So erwerbe ich am dritten Stand günstig neue Birkenstocksandalen – zumindest sagt das der Schrifftzug im (harten) Fußbett des Schuhs – der Tag ist wohl doch nicht ganz so schlimm wie zunächst vermutet.

Mittags geht es in die Hauptstadt Bangkok, doch davon ein andermal mehr.


15.1.2014

Insel der Schildkröten – Koh Tao

Wir folgen dem Touristrom in Richtung Koh Tao, dem Tauchparadies Thailands – so die Werbung. Da die Fährüberfahrt mit Auto zu teuer ist, suchen wir nach nem sicheren Parkplatz, da wir unser Auto nicht einfach am Pier stehen lassen wollen. Nach einiger Sucherei finden wir den mit Abstand teuersten auf unserer Reise: 70€ für 5 Nächte. Immerhin gab es eine gratis Übernachtung im Novotel Golf Resort in Chumpon oben drauf.
Weiter gehts auf dem Speedcatamaran, dort sprechen wir direkt einen Thai, der ein T-Shirt mit Werbung fürs Tauchen trägt. Und Bingo: Er arbeitet für eine Tauchbasis auf der Insel und hilft uns direkt weiter. Er organisiert uns eine der aktuell raren Unterkünfte – die gibt es nur noch in Kombination mit einem Tauchkurs. Miriam belegt einen Anfängerkurs und ich buche einen halbtägigen Auffrischungskurs. Damit sind die Folgetage zeitlich verplant.
Die Tauchschule ist schlecht organisiert und Miriam muss mehrfach die Gruppe wechseln, doch nach drei Tagen hält sie freudig ihr Open Water Certifikate in der Hand. Ich lerne in meinem Auffrischungskurs einen netten Holländer kennen und in den Folgetagen tauchen wir zusammen.
Die Tauchgänge sind nur mäßig interessant (verglichen zu Ägypten). Man erklärt uns, dass viele Korallen gestorben sind, weil der kühlende Monsunregen mehrfach in der nahen Vergangenheit ausgeblieben ist. Dennoch gibt es auch schöne Momente von Unterwasser zu berichten, z.B. eine kleine Muräne oder eine Schildkröte beim Mittagessen und Schwärme von Barracudas.

Die Insel ist klein und voll auf Tourismus ausgelegt. Wenn man tagsüber nicht tauchen oder schnorcheln geht, kann man sich an eine Bar neben türkisblauem Meer die Seele baumeln lassen oder mit einem offroad fähigem Moped die Insel auskundschaften gehen. Die zwei 300m hohen Erhebungen in der Inselmitte versprechen eine gute Aussicht.
Der Schweizer Emigrant, in dessen Bungalow wir wohnen, erzählt von den Anfängen der Inselnutzung. Damals hat es nur Trampelpfade gegeben und Wasser musste Kanisterweise von Quellen in der Höhe transportiert werden. Strom gab es nur über kleine Aggregate. Heute stehen zwei Schiffsdiesel und 6 mobile LKW-Stromaggregate zur Verfügung. Das Wasser wird in künstlichen Seen auf den Bergen gespeichert. Tanklkw verteilen es an Resorts weiter ohne direkten Anschluss an diese Quelle. In ein paar Jahren wird mit Sicherheit jeder Bergrücken durch seine eigene Luxusvilla verziert sein, die ersten stehen schon. Ein Paradies sieht in unseren Vorstellungen etwas anders (einsamer, weniger touristisch) aus, aber die Tage hier waren trotzdem schön. Nicht zuletzt wegen einer Pizzeria mit original Steinofen.

Nach 4 Nächten geht es zurück zum Festland. Wir werden sicher noch öfter tauchen gehen – jetzt zieht es uns aber erstmal Richtung Bangkok.

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13.01.2014