Redundanz

Wir fahren erneut eine Werkstatt an. Der dortige Kollege versteht unser Problem mit dem verstopfenden Filter, hat aber kein Personal frei, um mit einer Sonde in den Tank zu schauen oder gar diesen von Schmutz und Co zu befreien. Aber er telefoniert ein wenig und schickt uns zu einer Dieselfachwerkstatt.

Die Männer dort haben zum Nachmittag Zeit. Bis dahin fahren wir in den Ort hinein für ein wenig Sightseeing. Es gibt einen Hügel mit einem kleinen Fernsehturm darauf. Die Auffahrt zu dessen Fuße erweist sich als schwere Aufgabe für den geschwächten Motor. Mehr als Tempo 20 ist nicht drin.

Hoch oben auf dem Turm können wir die schöne Aussicht nur erahnen. Wolken und Regen verderben die Sicht. Jedoch lässt sich erahnen wie sich hier die großen Seeen aneinander reihen.

So, genug geträumt. Die Werkstatt wartet. Der Tank ist schnell leer gepumpt. Doch wirklich Schmutz ist keiner drin. Jedoch zeigen die Innenwände deutlichen Rostbefall – ein hier nicht lösbares Problem da wir nicht jeden Tag den Filter wechseln wollen. 

Unter den Offroad Enthusiassten gibt es einen Spruch: “Was ist besser als zwei Sandbleche dabei zu haben? – Vier!” Was ist besser als einen Tank im Auto zu verbauen? Richtig – einen Zweiten. Der ist aus Alu und sogar größer als der Erste. Pumpe dafür gibt es auch und so wird Flix eine neue Spritleitung von hinten zum (erneut getauschten) Dieselfilter gezogen. Jetzt noch ein wenig das System entlüften und auf zur Probefahrt. Wir erklimmen den Hügel mit 45kmh – yeapie!

Unser Tagesziel werden wir heute zwar nicht mehr schaffen, dennoch brechen wir auf weiter gen Norden. Wir passieren viele schöne Seen, Felder mit Schwänen und Gänsen und fahren lange, Schnur stracks geradeaus gehende Straßen durch immer gelber werdende Birkenwälder.

Als es so richtig dunkel wird, biegen wir von der Straße ab und fahren durch den dunklen Wald. Wir wollen ans Ufer eines nahegelegenen Sees. Es wird schlammig und immer mehr verwachsen, doch am Ende stehen wir direkt am Ufer am Rande vom Nirgendwo.

Gute Nacht – aber Halt! Die Standheizung bezieht ihren Sprit aus dem ersten, gerade entleerten Tank. Ohne den bleibt die Kabine kalt! Da bleibt uns wohl nichts übrig als doch noch etwas Sprit in diesen zu füllen.

Gesagt – Getan. 20.09.2017

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