Trondheim, Bergen & Stavanger

Viele Städte besuchen wir nicht. Die Ortschaften, die wir unterwegs antreffen, sind allesamt einfacher Natur. In der Regel beherbergen sie mehrere Tankstellen, Lebensmittelgeschäfte, eine Post und was man sich sonst noch alles vorstellen kann. Je kleiner dabei ein Ort ist, desto wahrscheinlicher befinden sich ein oder mehr der vorigen Geschäfte im gleichen Gebäude. Mit anderen Worten: der Supermarkt verkäuft alles von Socken über Medikamente, Axt, Bohrer, Lebensmittel, Backwaren und Benzin.

Die großen Städte wie Bergen und Trondheim sind dagegen echte Städte, mit Shopping Malls, großen Hafenanlagen, Fischmärkten, Restaurants, Kirchen, Museen und Nightlife. Trondheim ist eine Studentenstadt und just an dem Tag unserer Ankunft begann das Studentenfest UKA, bei dem viel Party gefeiert wird. Daran Teil genommen haben wir zwar nicht, jedoch konnten wir mehrere Staffelläuferinnen beobachten, die eindeutig dem zuzuordnen waren.

Stattdessen besuchten wir den ehemaligen Dom (jetzt nur noch große Kirche), der zur Zeit Olav Hakøn Hakønson eine wichtige Rolle spielte, als eben jener Norwegen einte und dem Christentum näher brachte. Trondheim hat viele bunte Holzhäuser. Zusammen mit leicht verwinkelten Gassen und dem Hafenflair, ist es eine sehr schöne Stadt. Viele Cafés, Kneipen und kleine Läden laden zum flanieren ein. Die Stadt ist Fahrrad freundlich. In Trondheim findet man auch Norwegens ersten Fahrradlift. Um die lokale Bevölkerung mehr zum Radfahren zu bewegen und damit diese das Rad nicht auf den steilen Berg hinauf schieben müssen, gibt es einen kostenlosen Fahrradlift. Dazu stellt sich der Fahrer mit seinem Fuß auf die linke Pedale, während der Rechte Fuß gegen die Fußraste des Lifts drückt. Mit etwas Balance drückt der Lift seinen Nutzer den Berg hinauf.

Auch die Stadt Bergen, umrundet von diversen Bergen, hätte so einen Lift nötig. Stattdessen nennt die ehemalige Hauptstadt eine (zwei) Seilbahn ihr Eigen. Damit gelangt man schnell und leicht den Berg zum nahegelegenen Naherholungspark nebst Café und Besucherplattform mit wunderbarer Aussicht auf die große Stadt, den Hafen, den Fjord, sowie die offene See, die sich hinter dem gegenüberliegenden Hügel verbirgt. In Bergen gibt es nur noch in der Hafenaltstadt bunte Holzhäuser. Jedoch stehen dort auch noch die alten Lager- und Bürohäuser der deutschen Hansestädte. Zwischen den Häusern gibt es enge Gassen, über denen die Balkone der oberen Etagen ragen oder Treppen hinauf führen. Wir gehen in ein drei stöckiges Gebäude. Es ist alles sprichwörtlich etwas Windschief hier drin und man fühlt sich etwas in der Zeit zurück versetzt – oder liegt das an der dritten Etage diese Souvenierladens, der sich komplett mit Weihnachtsdeko beschäftigt?

Speis drum. In beiden Städten gehen wir den Fischmarkt besuchen. Der in Bergen ist deutlich größer Alvin Trondheim. Hier gibt es auch lebenden Hummer, Scampi und Riesenkrabbe, außerdem auch Varianten von Walfleisch. Aufgrund der deftigen Preise in Norwegen, gehen wir nur in diesen beiden Orten in ein Restaurant essen bzw. am Nachmittag in ein Café. Die dargebotenen Speisen und Getränke waren indes vorzüglich. Auf Alkohol verzichteten wir dennoch gänzlich.

Was uns außerdem auffällt: die Menschen hier treiben sehr viel Sport. Vor allem Laufen, Wandern und Skisport (mehr Langlauf) wird intensiv betrieben. Die Menschen kleiden sich häufig auch im Alltag in modernen Outdoor- oder Sportkleidung und scheuen nicht Wind, Wetter oder gar Regen. Auch scheint hier jeder im Sommer zum Camping mit dem eigenen Wohnmobil oder Caravan zu fahren, auch wenn man zusätzlich noch eine eigene Sommerhütte am See besitzt. Dementsprechend groß ist die Auswahl an Stellplätzen und Infrastruktur.

Auf der anderen Seite gibt es viele Eremiten. Sie wohnen fernab von viel Zivilisation und nehmen gerne 3h Fahrt in Kauf, um eine Flasche Weißwein vom nächsten Liquorshop zu kaufen. 

Hier tickt also alles ein wenig anders. Freundlich sind aber alle

Nachtrag: einen Tag nachdem wir den Preikestolen bewandert haben, gehen wir Stavanger besuchen, denn es soll kräftig regnen. Genauer gesagt gehen wir das Ölmuseum besuchen. Dort wird die Geschichte Norwegens seit dem Ölfund im Nordmeer erzählt. Es wird über die Entstehung des Öls, der Exploration und den möglichen Folgen von Treibhausgasen informiert. Auf jeden Fall einen Besuch wert.

12.10.17 Stavanger, Nachtrag am 13.10.17

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