Good Morning Vietnam – Jörgs Version

Ein Wunsch von uns beiden ist es nach Vietnam zu fahren. Das Einreisen als Rucksacktourist ist kein Problem, das mit dem eigenen Auto schon. Auf allen Seiten im Internet kann man lesen, dass ausländische Vehikel nicht zugelassen sind. Doch einige Overlander erzählen uns etwas anderes. Man müsse nur in die nächste Provinzstadt fahren und dort eine temporäre Fahrzeugzulassung und Führerschein besorgen (kaufen) und diese Dokumente an der Grenze vorzeigen. Also versuchen wir unser Glück fünf Tage nach dem chinesischen Neujahrsfest.
Die Ausreise aus Kambodscha verläuft reibungslos, doch an der vietnamesischen Seite regt sich Widerstand gegen unser Mobil. Mit Händen, Google Translate und einem telefonischen Dolmetscher erkläre ich, dass ich eine special permit besorgen und für die Dauer Miriam beim Auto bleiben würde. Unter diesen Vorraussetzungen werde ich in das Land gelassen.
Ein im Gegensatz zu den Grenzbeamten netter Vietnamese hilft mir in die angrenzende Stadt zu kommen, Geld zu wechseln und den richtigen Bus zu erwischen, mit dem ich in die Provinzhauptstadt fahren kann.
Drei Stunden später versuche ich einem weiteren Mopedfahrer zu erklären, dass ich zur großen Provinzpolizei müsse. Leider versteht er mich so gut wie gar nicht. Auch der Versuch eine einheimische SIM-Karte für mobiles Internet zu besorgen, wird missverstanden. Irgendwann sehe ich ein Internetcafe und ich versuche über Google Translate mein Anliegen klar zu machen – was für ein Pech, er kann nicht lesen! Der Ladenbesitzer hilft aus und irgendwann stehe ich vor der Polizeistation, die Mittagspause hat.
Mit ein wenig Glück erbahmt sich mir eine junge Vietnamesin mit ein wenig Englisch und ihrem Google Translate, bei meiner Karte war nach fünf Minuten das Internetguthaben aufgebraucht. Der Polizist erklärt daraufhin, dass wir zur traffic police (KFZ-Zulassungsstelle) müssten. Diese wirkt verlassen und die dort anwesenden drei Personen müssen einen befreundeten Mann anrufen, damit er dolmetschen kann. Zu diesem Zeitpunkt muss ich leider erfahren, dass alle öffentlichen Ämter noch eine weitere Woche Urlaub hätten – unser Plan ist also vorerst gescheitert.
Ich schalte mein Satellitentelefon ein, um Miriam eine SMS zu schicken, dass ich mich auf den Rückweg mache. Es erreicht mich indes eine panikvolle Nachricht von ihr, ich solle schnell zurück kommen, die Grenzer schieben Streß!
Kurz nach 17:00 Uhr erreiche ich den Grenzposten mit einer gestressten Miriam davor, die Glücklich ist mich zu sehen. Wir beeilen uns aus dem Land auszureisen, um noch rechtzeitig vor Grenzschluß in Kambodscha ein neues Visum zu beantragen. Für das Auto, welches wir bei der ersten Einreise mit Hilfe unseres Carnets die Einreise abwickeln konnten, ignorieren wir dieses mal die Zöllner blindlings und fahren einfach hinein – es schien aber auch keinen so recht zu interessieren.

Den Rest des Abends verbringen wir in dem kleinen Ort Kep. Dort treffen wir auf den Franzosen Gerald und erzählen beim Abendessen unsere Geschichte des Tages. Der Abend endet wohl betrunken mit lauter Technomusik, die im Restaurant/Club spielt.
Morgen werden wir uns einen Alternativplan für Vietnam ausdenken.

6.2.14

One thought on “Good Morning Vietnam – Jörgs Version

  1. Hans G. und Brigitte

    Da hätte ich mich auch betrunken, Mann oh Mann, Ihr wart bestimmt total froh, als Ihr Euch wohlbehalten wiedergesehen habt!!
    Gruß Hans G. & Brigitte

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