Kambodscha die 2.

Nachdem Vietnam Fiasko entspannten wir uns ein paar Tage in dem kleinen Örtchen Kep am Meer und fuhren Richtung Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas.

Kurz vorher halten wir bei einem sogenannten Killing Field an, welches seinen Namen von seiner schrecklichen Geschichte geerbt hat. Wir haben ja bereits von der Geschichte Kambodschas und der Herrschaft der Roten Khmer berichtet, die zwischen 1974-1979 rund 3 Millionen Kambodschaner ermordeten. Dies geschah unter anderem auf diesem von über 300 Killing Fields in ganz Kambodscha, wo Menschen auf grausame Weise mit stumpfen Instrumenten erschlagen, oder andern Orts in tiefe Höhlen geworfen wurden usw. Auf diesem Killing Field wurden die Menschen von einem in der nähe liegenden Foltergefängnis massenweise angeliefert, und meist am gleichen oder einen Tag später vor eines der ausgehobenen Massengräber gestellt und dann erschlagen, hinein geworfen und zugeschüttet. Um den Geruch zu überdecken wurde DDT über die Leichen und teilweise noch Lebenden geschüttet, die die Angriffe mit den stumpfen Waffen überlebten. In der Mitte der parkähnlichen Anlage steht ein Gedenkstupa, in dem mehrere tausende Schädel und größere Knochen der Opfer aus den Gräbern liegen. Der gesamte Ort hinterlässt einen nachdenklich und geschockt, aber der Besuch solcher Orte lässt einen das Dilemma der kambodschanischen Gesellschaft besser nachvollziehen.

Viele Reisende hatten uns vorher erzählt, dass die Hauptstadt keinen Besuch wert sei, sie sei schmutzig und hässlich, voller Bettler usw. Bereits auf den ersten Blick stand für mich fest, dass sie ganz und gar Unrecht haben. Die Stadt ist nicht dreckiger als andere Städte der Länder, die wir bisher bereisten und ist von großen, vollen Straßen durchzogen, die einen an den vielen Tempeln und dem Mekong entlang führen. Der Verkehr ist zwar verrückt, dafür sind die Straßen aber auch ordentlich, teilweise sogar mit Bürgersteigen. Die schöneren Straßen sind mit internationalen, teilweise kleinen schnuckeligen Restaurants und Läden des täglichen Bedarfs gepflastert.
Da wir nicht in der Stadt im Auto schlafen wollten, fanden wir nach langer Suche ein Hotel, was zwar viel teuer war, als dass was wir ausgeben wollten, aber dafür schön. Der Pool auf der Dachterrasse im 7. Stock bot Abkühlung bei einer fantastischen Aussicht, da Phnom Penh nur aus flacheren Gebäuden besteht. Außerdem freuten wir uns über eine richtige Dusche mit heißem Wasser und das große Frühstücksbuffet. In unmittelbarer Nähe zum Hotel befindet sich der Königspalast sowie ein Wat aus dem Jahr 1422, die wir dann auch besichtigten. Wie so häufig waren diese Gebäude mit sehr viel Gold verziert, so dass man sich immer wundert, wie ein so armes Land doch so viel Geld für ihre Tempel übrig hat. Alles ist mit grünen Gärten angelegt und auch an der Promenade auf der Seite des Mekong scheint eher ein Europäer beim Bau die Hand im Spiel gehabt zu haben. Ein Besuch beim russischen Markt, der seinen Namen daher hat, dass hier Waren angeboten werden, die ansonsten nach Russland exportiert und daher von sehr vielen russischen Touristen besucht werden, rundet unseren Besuch in Phnom Penh ab. Menschenmassen treiben morgens und abends auf den Grünflächen gemeinsam Sport und es scheint ganz, als sei Phnom Penh eine kosmopolitische Stadt, in der man als westlicher Reisender gut Leben kann und die Einheimischen sich ebenso wohlfühlen.

16.02.14

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