Die Königsstadt

Von Vang Vieng machen wir uns auf nach Luang Prabang, UNESCO Weltkulturerbe und von Jörg seit seinem letzten Besuch hier in 2009 geschätzt und angepriesen. Meine Erwartungen waren also groß und schon der Weg dorthin führte durch unzählige Bergketten, kleine Bergdörfer und faszinierende Aussichtspunkte. Der beste bot sich mir vom, ähm, Klo aus. Nein, nicht das im Auto. Auf einem Bergrücken gibt es ein Ausflugslokal, dessen Toilette zu einer Seite keine Wand hat, man schaut einfach mitten ins Tal, verrückt, aber schön.

In Luang Prabang angekommen begrüßt uns der Mekong, wie eh und je relativ trüb, und das Flair der Stadt ist vom ersten Moment an spürbar. Es gibt unzählige Cafés, Restaurants, Gasthäuser und Tempel. Über 30 von ihnen haben die Stadt zum Weltkulturerbe werden lassen, und ein paar von ihnen werden wir in den folgenden Tagen erkunden. Es gibt tatsächlich ordentliche Bordsteine (eher eine Seltenheit in Südostasien) und man kann richtig schön flanieren gehen. Darüber hinaus gibt es einen schönen Nachtmarkt, bei dem wir viel Handgearbeitetes erwerben. Zuletzt waren wir in Nord-Kambodscha und Süd-Laos etwas davon genervt, dass man als Tourist immer so offensichtlich über den Tisch gezogen wurde und die Einheimischen es als selbstverständlich betrachteten, dass z.B. für Fährüberfahrten für uns der doppelte Preis zählen sollte. Doch hier herrscht nichts davon. Die Menschen sind überaus herzlich und man kann mit ihnen gut handeln. Das weckt natürlich unseren Einkaufssinn und wir kaufen großzügig ein.

Als uns die beiden Deutschen, die wir auf der Elefantenstation kennen gelernt haben, von einer Frau erzählen, die in der Stadt ein Geschäft mit selbst gewebten Teppichen und Schals, aus verschiedenen Materialen wie Seide und Baumwolle, besitzt, lassen wir uns nicht lange bitten und fahren auch direkt hin. Im Vorgarten sieht man mehrere große Webstühle und es gibt zwei Häuser, die mit ihrer Kunst ausgeschmückt sind. Um besser einzukaufen, wird uns auch direkt Rotwein oder Whiskey angeboten, alles importierte Spirituosen. Da sagen wir natürlich nicht nein und weil wir uns nicht entschieden können, kommen wir den nächsten Abend direkt wieder, um noch mehr leckeren Wein zu trinken und der Dame das eine oder andere schöne Stück abzukaufen. Dass wir direkt dabei zu schauen können, wie die Dinge hergestellt werden, lässt das Geld etwas lockerer sitzen. Schließlich fragen wir uns die halbe Zeit, wenn wir auf dem Markt sind, ob wir nur Touristensouvenirs aus China importiert kaufen (die Antwort ist wahrscheinlich ja).

Neben den Tempelbesichtigungen (und teilweise Besteigungen, die Buddhisten scheinen einfach eine Vorliebe für Tempel auf Hügeln und Bergen zu haben), machen wir Ausflüge zu den Elefanten und Wasserfällen (siehe andere Posts). Morgens und abends, und dazwischen eigentlich auch, verwöhnen wir uns mit gutem Essen. Der europäische Cappuccino schmeckt bei wieder 30 Grad und mehr auf Eis gleich noch viel besser, und abends gibt es laotisches Barbecue. Dabei wird ein gewölbter Blechteller über Holzkohleglut angebracht, am Rand wird Suppe eingefüllt und auf der Wölbung grillt man Fleisch – sehr lecker. Aufgrund der frühen Sperrstunde (eine jeder soll um 23.30 Uhr in seinem gemeldeten Heim sein) ist es abends am Mekong ruhig und wir können direkt dort schlafen, mitten in der Stadt. Daher sind wir auch etwas wehmütig, nach ein paar Tagen weiterfahren zu müssen, oder was heißt hier müssen, letztendlich wollen, da in Thailand ja noch weitere spannende Orte warten.

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