Tag Archives: Krabi

Tonsai Beach

Mit dem Boot setzen wir von Ao Nang nach Tonsai Beach über. Tonsai Beach liegt u.a. zusammen mit Raleigh Beach auf einer Halbinsel und ist nur per Boot erreichbar ist.

Während Raleigh mit hochklasischen Resorts, Restaurants und Strom aufwartet, ist das nur 1km Luftlinie entfernte Tonsai eher schlicht gehalten. Einfache Bambushütten und Restaurants am Strand, so wie einfache Straßenküchen auf der einen Straße, pardon Staubpiste. Strom gibt es je nach Unterkunft nur für wenige Stunden in der Nacht. Tonsai ist aber auch für seine alpinen Kletterrouten bekannt und so kehren wir bei der aus Deutschland stammenden Elke ein, die den dortigen Kletterladen “Basecamp” betreibt.

Am Fels lernen wir Kletterer aus Schweden, Finnland, Neuseeland und Deutschland kennen und gemeinsam werden die umliegenden Routen in Angriff genommen. Am dritten Tag machen wir uns auf den Weg zum Nachbarstrand. Dort besteigen wir die Taiwandwall. In 20m Höhe gelangt man in eine Höhle, die quer durch den Fels geht. Drin ist es stock dunkel und stapfen mit Taschenlampen und Gepäck hindurch. Es dauert ein wenig, doch nach einiger Zeit finden wir den Ausgang auf der anderen Seite, einem schönen Strand. Mittlerweile ist es dunkel und wir treten den Heimweg an, z.T. durch das Meer – niedriger Tiedestand machts möglich.

Weihnachten verbringen wir am Strand bei Lagerfeuer, Okulele und einer großen Sternschnuppe (kein Witz). Jeder der ein Geschenk mit gebracht hat, darf sich eines vom provisorischen Weihnachtszweig aussuchen und damit das ganze ein wenig spaßiger ist gelten die Regeln des White Elephant Gift Exchanges. So gelangt Miri an ein Kartendeck, welches wir am Folgetag bei einer Runde Doppelkopf sofort testen.

Am Mittag des 25.12. setzen wir uns ins Boot, winken den zwei Kanadierinnen zu, die wir in Cameron Highlands kennen gelernt hatten, und die just in diesem Moment mit dem Seekajak in Tonsai aufschlafgen, um zum Deep Water Solo aufzubrechen. Das bedeutet, man klettert ungesichert am Fels und fällt bei bedarf ins Meer. Es ist ein riesen Spaß, jedoch ist die Sprunghöhe von 15-18m (mein höchstes Ziel) – wie soll ichs ausdrücken – gewöhnungsbedürftig! Am Abend gehts zu einem unbewohnten Strand zum BBQ mit Feuershow.

Der zweite Weihnachtstag ist unser Abschiedstag von der Halbinsel. Charly hat gut auf unser Vehikel aufgepasst und so machen wir uns auf den Weg nach Phuket, um dort andere Overlander zu treffen.

Bis dahin, Jörg


 

27.12.2013

Funkpause

Nicht verzweifeln der mageren Berichte über die Weihnachtsfeiertage: wir sind noch auf den Inseln rund um Krabi unterwegs und müssen mit rationiertem Generatorstrom auskommen. Daher wird es erst in ein paar Tagen Berichte und Bilder geben.

Gruß Miri & Jörg

P.S. Für alle christlich angehauchten Leser dieses Blogs: frohe Weihnachten!

22.12.2013

Krabi

Im Nachhinein bereuten wir es kurz, die fast einsamen Strände von Yao Beach schon nach einer Nacht verlassen zu haben. Die Strände und Ortschaften rund um Krabi sind es jedenfalls nicht!
Der Reihe nach: es ist wieder mal spät am Abend, als wir der Schlafplatz in Yao Beach finden. Der Weg dort hin war mühselig, da es stark regnete und die Scheinwerfer des Toyotas nur mäßig Licht liefern. Am morgen danach stellen wir aber mit Entzücken fest, das der Strand am Ende der Straße lohnenswert ist. Außer ein paar jungen amerikanischen Studenten, die hier ein Auslandssemester Biologie studieren, ist hier nix los.
Dennoch brechen wir auf und gönnen uns den Spaß und düsen über den Strand mit dem Toyota dass es nur so in Fontänen spritzt.
Auf der Weiterreise in Richtung Krabi machen wir halt an ein Paar heißen Quellen – es hat ja nur 35C im Schatten, wie barbarisch ist das denn.
Die Region, als auch die Stadt Krabi bildet ein Kontrastprogramm zu den zuvor durch gefahrenen Ortschaften. Hier reiht sich ein Laden an den anderen – nicht nur für Touristen – die vom nahe liegenden Flughafen die Region erobern. Der Hauptort liegt zwischen Mangrovenwäldern, die im hiesigen Flußdelta wachsen. Außer dem Stadtpark am Hafen, sowie eines schönen Tempels, gibt es fast nur noch Tourihostels mit gratis WLAN. Weil es hier keinen Strand gibt, übernachten wir am Stadtpark.
Auch am nächsten Morgen trödeln wir lange und so kommen wir erst zur gen Mittag zu einem Tempel außerhalb Krabis – genauer gesagt zu dessen Parkplatz, denn der Tempel ist auf der Spitze eines Monolithen gebaut. Ein Hinweisschild weist auf die 1200 Stufen hin – wir gehen den Aufstieg an. Links und rechts des Weges begutachten uns die Affen, wie wir uns die zum Teil 0,5m hohen Treppenstufen hinauf kämpfen. Es kostet Zeit, Schweiß und Bauchumfang, doch die Aussicht lohnt sich, der goldene Buddha – naja, halt noch so einer von so vielen zuvor.
Weiter geht es nach Ao Nang, dem Ort mit dem Strand zu Krabi. Bars und Restaurants die ganze Promenade lang. Andauernd wird man zum kaufen eines Anzuges, T-Shirt oder ähnlichem gebeten. Am Strand selber geht es ruhiger zu. Am hinteren Ende des Ortes machen wir Rast, die Temperaturen vom Aufstieg haben uns mürbe gemacht. Wir genießen die leichte Briese des Sonnenuntergangs.
Nach dem Abendessen in einer hippen Reggaebar fahren wir zum entgegen gesetztem Strandende. Die Straße hat schon lange geendet und nach einer Schlagloch reichen Piste finden wir ein nettes Plätzchen zum übernachten, direkt am Strand.
Doch einsam ist es hier nicht, wie wir bei Tageslicht feststellen müssen. Der Standplatz liegt am Ende einer Reihe kleiner, provisorischer Verkaufsläden zur Linken und Bars zur Rechten. Dennoch ist der Standplatz traumhaft schön. Vor der Tür schwant das türkis blaue und warme Nass gegen den Strand. Palmen bereiten Schatten vor der heißen Sonne. In unweiter Ferne ragen mehrere Felsen fast senkrecht gen Himmel. Auch auf dem Wasser in einigen Kilometern Entfernung ragen Inseln empor, die nur aus einem massiven Felsklotz bestehen, hier und da mit etwas Grün bedeckt.
Es wird Mittag und der Strand füllt sich zunehmend. Einzelne Touris sprechen uns auf unser Gefährt an, auch Charly, ein deutscher Rentner, der sich in Ao Nang nieder gelassen hat. Wir erzählen ihm von unserem Plan auf eine der umliegenden Inseln gehen zu wollen, weil man dort gut klettern könne und er bietet uns an, unser Auto bei ihm im Vorgarten zu parken.
Wir nehmen das Angebot an und versetzen unseren Standort.
Charly wohnt in einer ruhigen Ecke der Stadt mit einer Thai, die er schon vor Jahren kennen gelernt hat. Wir werden zum Essen eingeladen und übernachten bei ihm im Freiluftgästezimmer.
Am Folgetag wird es mit dem Longboat zum Tonsai Beach auf der Halbinsel Raleigh gehen.

Vielleicht war es doch die richtige Entscheidung so früh hier her zu fahren

bis dann in Tonsai Beach

 

Savadi Krab Thailand

Wir verlassen die Insel Penang. Auf dem Weg in den Norden an die Grenze Thailands, machen wir halt an einem Ausgewiesenen Kletterspot. Ein Brocken an Kalkstein steht hier mitten in der Landschaft – er ist in dieser Gegend aber nicht allein. Wir finden einen Pfad, der schon seit längerem nur durch Mopeds genutzt wurde. Egal, wir weiten ihn auf Toyotabreite bis wir direkt am Fels stoppen.
Der Fels zeigt Aushöhlungen und Auswaschungen. Einige derÖffnungen liegen rund 30m über unseren Köpfen. Inder Höhe kann man einzelne Reste von Kletterseilen ausmachen. Dazwischen zwei klapprige Holzleitern Marke Eigenbau. Miriam traut sich nicht so recht und so besteige ich den Fels alleine. Ich entdecke Sicherungspunkte in unmittelbarer Nähe zu den Leitern, es gibt also so etwas wie feste Routen hier.
Der Aufstieg erweist sich als leicht und bald stehe ich am oberen Eingang der Höhlenwelt. Der Fels ist vom Regenwasser durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Im Inneren finde ich eine große Höhle, mit Ausgang am anderen Ende des Felsens. Ich gehe einen anderen Weg und gelange zu einer weiteren Öffnung ins Freie. Er eröffnet sich als Rundbogen, der an seiner Unterseite Sicherungspunkte aufweist.
Leider übersteigt die Route mein Können, vor allem ohne Sicherungspartner und 50m freien Fall in den Busch. Es wird langsam dunkel und ich klettere runter.
Wir fahren weiter und übernachten in Sichtweite der thailändischen Grenze.

Am Morgen des 16.12.2013 überqueren wir die Grenze zu Thailand problemlos. Die Infrastruktur ändert sich merklich. Die Ortschaften wirken kompakter und größer, die Verbindungsstraßen dazwischen dafür deutlich dünner besiedelt. Links der Straße erheben sich die Strommasten, zu Oberst mit den Starkstromleitungen, in der Mitte der Hausstrom und z.T. auf Kopfhöhe Telefonleitungen bis zum abwinken. Überall kann man es merkwürdig Summen und knistern hören.
Wir besorgen uns Geld und müssen im Restaurant auf die Gerichte deuten, die wir wollen – Englisch spricht hier im Grenzgebiet kaum einer.
Weiter geht die Tour mit Ziel Krabi. Auf dem Weg sehen wir einen Hinweis auf Wasserfälle und Biegen ab. Der Ort wirkt verlassen. Am Wegesrand verlassene Kioske. Links des Weges fließt das Wasser überall zwischen den Bäumen durch. Es stammt aus einem Wasserfall ein paar Meter tiefer im Busch. Das ganze Areal ist überschwemmt. Ein paar Betonpfeiler deuten auf einen zerstörten Steg durch das Wasser. Wir folgen diesem Richtung Wasserfall. Es ist wunderschön und wir nehmen ein Bad im kühlen Nass. Ich klettere den Wasserfall hinauf und sehe, dass das Wasser direkt aus dem Fels heraus kommt – ein unterirdischer Fluss.
Ein Wolkenbruch öffnet seine Tore und wir beginnen den Rückweg zum Auto – ich hab keinen Regenschutz für die Kamera dabei.
Vollkommen durchnässt, weil wir z.T. voll bekleidet durch den Wasserlauf durchwarten, teils des heftigen Regens kommen wir glücklich und zufrieden am Auto an. Die Kamera weist am Abend ein paar Fehlfunktionen auf, ist bis zum nächsten Tag aber ausreichend getrocknet und voll funktionstüchtig.
Die Nacht verbringen wir am Strand eines kleinen Fischerortes (Yao Beach)